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Die Spam-Mails, die flächendeckend bei vielen Internet-Nutzern ankamen, waren so geschrieben, als
hätte sie ein Teilnehmer dieses Gewinnspiels verfaßt. Denn bei diesen Gewinnspiel war eine Anforderung,
daß man weitere Teilnehmer gewinnen sollte.
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Bingo für die Urlaubskasse!
Hallo,
jeder will gewinnen. Und beim MapScout-Spiel kann das auch jeder - bis zu 9.350 Euro, bar auf die Hand.
Ich bin dabei. Wie steht's mit Dir? Lade Dir einfach unter http://www.map-scout.de myMap den kostenlosen
Link zur persönlichen Standortkarte runter und schick diese Mail möglichst oft weiter.
Unter http://www.teleinfo.de findest Du auch Näheres zu Spiel und Teilnahme.
Viel Spaß und noch mehr Glück!
Mike
Gewinnliste: MapScout Gewinner http://cms.teleinfo.de/gewinner.htm
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myMap: http://www.map-scout.de/myMap.asp?G=
4EDF064E6FD1427291
872416970472B4&S=0
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In der Newsgroup de.admin.net-abuse.mail
diskutierte ich über diese Spam-Mail, die offensichtlich massenhaft versendet worden war. Ich
habe diese Mail unter mehreren Tausend Empfängeradressen erhalten, was dafür spricht, daß über mehrere
Tage hinweg sämtliche meiner zahlreichen Webseiten abgegrast wurden und die dort dynamisch generierten
E-Mail-Adressen Basis für diese Spam-Aussendung waren.
Aufgrund der Struktur der E-Mail-Adressen konnte ich herausfinden, daß der Harvester,
der die Adressen eingesammelt hatte, unter einer IP-Adresse von Teleinfo gelaufen ist. Die E-Mail-Adressen
stammten also aus einer Adreßsammlung seitens der Firma Teleinfo.
Gleichzeitig wurde ich auch auf die Darstellungen anderer Nutzer aufmerksam. Mehrere Personen berichteten
darüber, daß sie sich bei Teleinfo über die Spam-Mails beschwert hätten. Teleinfo habe dabei seine Hände in
Unschuld gewaschen und darauf verwiesen, daß diese Mails von einem Teilnehmer des Gewinnspiels kämen, worauf
das Unternehmen Teleinfo keinen Einfluß habe. Aber Teleinfo habe sich sehr kooperativ gezeigt und zugesichert,
den betreffenden Teilnehmer, der durch den persönlichen Link eindeutig identifiziert sei, von der weiteren
Teilnahme am Map-Scout-Spiel auszuschließen.
Aufgrund meiner Erkenntnisse entpuppte sich die angebliche Kooperation seitens der Firma Teleinfo aber
als dreiste Lüge. Tatsächlich steckte die Firma Teleinfo selbst hinter den Werbemails! Es lag klar auf
der Hand: Sie selbst wollte mit den E-Mails angeblicher Spielteilnehmer ihren Stadtplan und
Wegweiser "Map-Scout" bekannt machen und die Adressen potentieller Kunden sammeln.
So, wie sich Anbieter halbseidener 0190er-Dienste hinter Weiter- und Untervermietungen verstecken, so
versteckte sich also das IT-Unternehmen Teleinfo hinter angeblichen Gewinnspielteilnehmern. Teleinfo hatte
also die Beschwerden über Spam mit einer dreisten Lüge von sich gewiesen und durch das Vortäuschen einer
kooperativen Zusammenarbeit bei der Spam-Bekämpfung abgewiegelt. Nachdem ich öffentlich
darauf aufmerksam machte, wurde dies auch von anderen Webmastern bestätigt, die in ihren Logfiles systematische
Seitenabrufe von derselben IP-Adresse des Unternehmens Teleinfo gefunden hatten.
Dieses löste natürlich unter den Diskussionsteilnehmern einige Empörung aus und es gingen nun Beschwerden
nicht mehr an Teleinfo, sondern an deren Provider. Man entsann sich auch, daß Teleinfo durchaus als Datensammler
bekannt war. So hatte Teleinfo vor etlichen Jahren flächendeckend in Deutschland mit Kamerafahrzeugen
sämtliche Häuserfronten abphotographieren und daraus eine Datenbank aufbauen lassen.
Eigentlich hätte die Geschichte an dieser Stelle zu Ende sein können. Es gab ein paar Leute in einer
Newsgroup, die sich wegen Spam über eine Firma aufregten. Und es wurden von einigen Teilnehmern
Beschwerden an den Provider dieser Firma geschrieben. Die betreffende Firma, Teleinfo, hätte sich bei
ihrem Provider entschuldigen und Besserung geloben können. Vielleicht wäre sie von jemandem auf
Unterlassung verklagt worden, das hätte dann ein paar Euro gekostet. Im übrigen hätte sie das Thema einfach
aussitzen können und nach einigen Wochen hätte sich kaum jemand noch dafür interessiert.
| [...]
Hiermit möchten wie sie vorab über einen dringlichen Misstand bei der Behandlung von Daten bei dem Betrieb
Ihres Internetauftritts informieren.
Offensichtlich werden bei ihnen sogenannte "Daten der am Fernmeldeverkehr Beteiligten" gespeichert,
verarbeitet und sogar an Dritte oder an die Öffentlichkeit übermittelt.
Sie werfen uns nebulös eine Verwicklung in sogenannten Spam vor und scheuen dabei nicht vor Gesetzesüberschreitungen
zurück. [...] vor und während der Verbreitung unserer Daten durch sie sind sehr seltsame Aktionen abgelaufen
und sehr nachteilige Folgen für uns eingetreten.
[...]
Wir bitten um die Benennung ihres gesetzlich bestellten Datenschutzbeauftragten und wo und wann wir Ihr
Datenschutzregister einsehen können.
Seit der Veröffentlichung unserer Daten durch sie werden mit unseren Kommunikationsdaten sehr schädliche
Vorgänge in Verbindung gebracht. Deshalb fordern wir Sie auf, unverzüglich alle Maßnahmen zu ergreifen, die
nachteilige Folgen von uns abwenden können.
[...]
| Doch Teleinfo reagierte ganz anders: Anfang Juli 2003 erhielt ich von Teleinfo
per Fax und als Einschreibebrief ein Schreiben,
das auf meine öffentlichen Äußerungen Bezug nahm. Wesentliche Auszüge daraus habe ich in dem Kasten rechts
wiedergegeben, wobei ich mich bemüht habe, die Groß- und Kleinschreibung von "Sie" und "Ihre" exakt wie
im Original zu übernehmen.
Die an mich herangetragenen Forderungen können (sollen?) beim ersten Durchlesen aufgrund der darin
verwendeten Rechtsbegriffe einen juristisch fundierten Eindruck
erwecken. Eine genauere Betrachtung zeigt aber, daß einfach nur ein paar hübsch klingende Begriffe
ohne Sinn aneinandergereiht wurden:
Ein Datenschutzregister wird von den meisten Landesdatenschutzgesetzen als ein behördliches Verzeichnis
festgeschrieben, für Privatpersonen und Unternehmen gibt es diesen Begriff gar nicht. Des weiteren kann ich
auch niemanden gesetzlich bestellen.
Meine öffentliche Darlegung, daß Spam an Adressen geschickt wurde, die ein Harvester von Teleinfo
eingesammelt hat, wurde im Usenet von mehreren Personen bestätigt. Es sprechen also alle Indizien dafür,
daß der Spam von Teleinfo selbst oder von einer durch Teleinfo beauftragten Person versendet wurde. Dies
als "nebulösen Vorwurf" und die Tat als "Verwicklung in sogenannten Spam" zu bezeichnen, geht an der
Wirklichkeit deutlich vorbei.
Die Forderung, daß ich Maßnahmen ergreifen soll, die nachteilige
Folgen abwenden sollen von jemandem, der beim Versenden von Spam erwischt worden ist, kann wohl auch nur
als Jux betrachtet werden.
Vielleicht beobachte ich demnächst jemanden beim Klauen und werde dann, nachdem
ich dies der Polizei angezeigt habe, von ihm beschuldigt, seinen Datenschutz verletzt zu haben und
aufgefordert, alle Maßnahmen zu ergreifen, damit er von negativen Folgen verschont bleibt.
Für mich war dieser Brief ein deutliches Signal, daß die Firma Teleinfo glaubt, durch ein halbwegs juristisch
klingendes Schreiben den durchschnittlichen Internet-Nutzer einschüchtern zu können.
Die Sachlage stellte sich demzufolge für mich wie folgt dar: Teleinfo war durch mich
öffentlich (wobei
eine Diskussionsgruppe im Usenet nur eine recht eingeschränkte Öffentlichkeit darstellt) als verlogener
Spam-Versender enttarnt worden und versuchte nun, durch ein anklagendes Schreiben weitere Äußerungen von mir
zu unterbinden, mich quasi mundtod zu machen.
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Meine Pressemitteilung:
Berichterstattung bei heise.de:
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So plump einschüchtern lasse ich mich natürlich nicht! Statt dessen fand ich, daß diese Angelegenheit nach
einer weit breiteren Öffentlichkeit schreit als bisher davon Kenntnis hatten. Also setzte ich mich an den
Schreibtisch und verfasste eine Pressemitteilung über die Gepflogenheiten bei dem IT-Dienstleister Teleinfo,
die ich an diverse Redaktionen schickte.
Der Verlag Heinz Heise, u.a. Herausgeber des renomierten Fachmagazins c't, interessierte
sich als erster für den Fall. Am 08. Juli 2003 war im Online-Newsticker auf heise.de ein
entsprechender Artikel zu lesen.
Im Diskussionsforum, das der Verlag Heise grundsätzlich zu jeder veröffentlichten Nachricht bereitstellt,
überschlugen sich die Beiträge. Auch die Abrufstatistik meiner Homepage sprang in die Höhe und per E-Mail
bekam ich zahlreiche Zusendungen mit Nachfragen sowie Lob und Unterstützung.
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Aus der Teleinfo-Pressemitteilung:
[...]
Wir möchten nun mit einem Beitrag etwas mehr Realität in die Publicity-Show um das erfolgreiche Map-Scout
Gewinnspiel der Tele-Info AG bringen. Wir werden das in einem aufgelockerten Stil halten, damit es nicht
so "staiff" (Hannoveraner spitzer Stein) wird.
[...]
Heise hat "Spamming" als dauerhaftes Generalthema erkoren. Das ist gut und richtig und wird sicherlich
der Auflagenerhöhung für die nächsten 12 Monate dienlich sein.
[...]
Uns ist aufgefallen, daß Heise Online auch sonst nicht immer sensibel berichtet. Es soll in den USA
offiziell untersucht werden, was Heise Online mit dem Titel: "Congratulations to the murders of Sep. 11, 2001"
gemeint hat. Es ist nicht immer leicht zu verstehen, dass auch bekannte Presseorgane an die niedrigen Instinkte
appellieren.
[...]
Rehbein ist in Sachen lockerer Datenschutz kein unbeschriebenes Blatt. Er betreibt dem Anschein nach eine
site, auf der eine Vielzahl von eMail Adressen verzeichnet sind. Er will sogenannte "Spamtraps" installiert
haben. Wir wären froh, wenn dies wirklich einen Beweiswert hätte. Grundsätzlich sind Internet
Vorgänge wie Seitenabrufe, eMails etc. Datenpakete, deren Inhalt und Kennzeichen mehr
oder weniger frei gestaltbar sind. IPs, eMail header, Inhalt, alles kann nicht den Anspruch
eines echten Dokumentes beanspruchen. Absender, Transporteure und Empfänger
können diese Daten ändern.
[...]
Herr Rehbein hat eindeutig "Daten der am Fernmeldeverkehr Beteiligten" veröffentlicht.
Zeit, Dauer, aufgesuchte Seiten, den Client (den wollte er zumindest bekanntgeben), IP
und dazu unseren Namen veröffentlicht. Das ist im Vergleich so, als wenn jemand die
Anrufdaten eines Telefonanschlusses bekannt gibt. Oder der Postbote gibt bekannt, dass
er eine Postkarte von X an Y gelesen habe. Egal, wie man zu diesem Thema steht, die
Vertraulichkeit von Kommunikation muss erhalten bleiben. Nicht ohne Grund sind solche
Datenermittlungen nur mit richterlicher Erlaubnis möglich. Einschlägig sind hier §85
Fernmeldegeheimnis, §89 Datenschutz des TKG, Telekommunikationsgesetz. Das TKG
regelt auch gleich die Ansprüche gegen Verstöße dieses Gesetzes: §40, "Anspruch auf
Schadenersatz und Unterlassung".
[...]
Noch ein Wort zum Bundesdatenschutzgesetz: Um das BDSG überhaupt greifen zu
lassen, muss es sich um personenbezogene Daten handeln. Das erfordert zwei Merkmale.
Z.B. Manfred Mustermann hat ein Auto. Dies ist insbesondere bei einer eMail Adresse
abc.yxz@provider.xx nicht und schon gar nicht bei einer anonymisierten Adresse
phantasie@provider.xx überhaupt erfüllt. Anders sieht das bei Herrn Rehbein aus: Wer hat
wann, wie lange am Bildschirm gesessen und was gesucht?
[...]
Internet-Diskussionen sind sehr öffentlich. Was ist, wenn eine zuständige Behörde sich auf
Grund dieser Debatte mit öffentlichem Interesse des Themas §206 "Verletzung des
Fernmeldegeheimnisses" annimmt? Ist Heise dann auch noch auf Seiten des
"Anti-Spam-Aktivisten"?
Und noch ein Wort zum Anlass: Es wird in den Newsgroups nicht beklagt, dass etwa
gewaltverherrlichende, zum Rassenhass aufrufende, pornografische oder medizinische
Hilfen anbietende eMails versendet werden. Wir haben nur freundliche Hinweise auf unser
Gewinnspiel in den eMails gesehen. Wir bekommen auch leider täglich viele unerbetene
eMails, leider auch viel Unsinn. Die drücken wir dann aber einfach weg.......
[...]
Wir sind auch an Ihrer Meinung interessiert, wie wir mit Herrn Rehbein und heise.de weiter
verfahren sollen. Schicken Sie uns bitte Ihre Meinung an meinung@teleinfo.de
[...]
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Die Berichterstattung bei heise.de veranlasste nun offensichtlich Teleinfo zu hektischer
und unüberlegter Reaktion. In einer öffentlichen Pressemitteilung auf den Webseiten von Teleinfo setzte das
Unternehmen zu einem konfusen Rundumschlag gegen diverse Punkte beim Heise-Verlag und mich an.
Die für eine Beurteilung der Angelegenheit notwendige Teile der Pressemitteilung von Teleinfo habe
ich in dem Kasten rechts wiedergegeben.
Es mutet schon ziemlich seltsam an, daß ein IT-Unternehmen verkündet, eine Pressemitteilung "in
lockere Form" zu schreiben; vor allen, wo es um handfeste Vorwürfe gegen das Unternehmen geht, die
zu entkräften wären.
Es wird in dem Text dann auch nicht sachlich argumentiert, sondern es wird gegen den Heise-Verlag geschossen,
wobei Tatsachen neu zusammengewürfelt und verdreht werden. Der Heise-Verlag hat keinen Titel "Congratulations
to the murders of Sep. 11, 2001". Tatsächlich gab es diese Äußerung einmal in einem deutlich als
Satire gekennzeichneten Beitrag eines Online-Forums bei Heise, das sich mit der Verschärfung der
staatlichen Überwachung beschäftigt. Was dies mit dem Spam-Versand seitens Teleinfo zu tun haben soll,
bleibt völlig im Dunkeln.
Teleinfo behauptet, ich sei in Punkto lockerer Datenschutz bekannt,
führt dann als Beleg aber lediglich die Tatsache an, daß ich auf meinen Webseiten fiktive E-Mail-Adressen
eingebaut habe. E-Mail-Adressen, die keinen fremden Personen gehören, sondern mir! Daß diese Adressen
mir gehören, muß Teleinfo erkannt haben, sonst würde der Begriff "Spamtraps" keinen Sinn machen.
Was meine eigenen E-Mail-Adressen aber mit meinem angeblich zu lockerem Verständnis für Datenschutz zu tun
haben, wird nicht erklärt. Ich ziehe daraus die Schlußfolgerung, daß logisches Denken nicht zu den Qualifikationen
in einem modernen IT-Unternehmens gehört.
Des weiteren offenbarte mir diese Pressemitteilung, daß die Mitarbeiter bei Teleinfo wenig
technisches Verständnis haben. Anders kann ich es mir jedenfalls nicht
nicht erklären, daß Teleinfo ernsthaft die Möglichkeit darlegt, die halbe Welt könne sich gegen das Unternehmen
verschworen und die IP-Kommunikation verfälscht haben. Würde ein Harvester seine IP-Adresse fälschen oder die IP-Adresse
beim Datentransport durch andere Beteiligte verfälscht, so würden die Webseiten nie beim Harvester ankommen.
Der Harvester würde also gar nicht an die E-Mail-Adressen drankommen, die auf den Seiten stehen.
Prinzipiell möglich wäre allerdings, daß jemand anders sich Zugang zum Rechner von Teleinfo verschafft
hat, um dann von dort aus per Harvester
die E-Mail-Adressen einzusammeln. Würde Teleinfo in diese Richtung argumentieren, so würden sie
damit allerdings offen zugeben, daß sie ihre Infrastruktur nicht im Griff haben, daß sie vorsätzlich oder
fahrlässig ihr Unternehmensnetzwerk ungeschützt zugänglich gemacht haben. Zudem wäre dann seltsam,
daß an die von einer fremden Person eingesammelten Adressen ausgerechnet Werbung für Teleinfo verschickt
worden ist. Des weiteren haben Teleinfo-Mitarbeiter von dem betreffenden Rechner aus (identifizierbar
über die IP-Adresse) Beiträge in Usenet-Foren geschrieben. Teleinfo hat also die Kontrolle über den
betreffenden Rechner.
Offensichtlich aber hat Teleinfo noch nicht einmal die konkrete Sachlage richtig
verstanden. Ich habe keine E-Mails veröffentlicht, die mir zum Transport an Dritte übergeben worden
wären (so wie einem Briefträger Postkarten anvertraut werden). Ich war der Empfänger der Spam-Mails
und ich habe Informationen über die von mir selbst empfangenen Mails veröffentlicht. So wie Teleinfo
unverlangt zugeschickte Werbung als vertrauliche Kommunikation behandelt wissen will, könnte auch ein
Bankräuber klagen, daß sein Bankraub eine vertrauliche Angelegenheit sei.
Während Teleinfo mir vorwirft, durch die meine Veröffentlichungen über
die Spam-Mails von Teleinfo und die IP-Adresse des Harvesters das Datenschutzrecht verletzt zu haben,
argumentiert Teleinfo nun, daß die Speicherung von personenbezogenen E-Mail-Adressen (wie Harvester es tun)
datenschutzrechtlich völlig unbedenklich sei.
Doch mir, Daniel Rehbein, wird sogar unterstellt, ich hätte erforscht, wer wie lange am Bildschirm gesessen
hat und was der jeweilige Mitarbeiter dabei gesucht habe. Jeder, der von IT und vom Internet wenigstens
ein bißchen Ahnung hat, muß wissen, daß so eine Behauptung Unsinn ist. Wie soll ich herausfinden, wer wie
lange vor dem Bildschirm sitzt? Dies kann man schon in einem lokalen Netzwerk nicht ermitteln, wie
soll das dann erst über das Internet funktionieren? Und woher soll ich wissen, was jemand sucht, der
auf meinen Seiten (oder ganz anderswo?) herumklickt? Tatsächlich habe ich festgestellt, daß ich Spam an
bestimmte E-Mail-Adressen erhalten habe, aus denen ich zurückschließen konnte auf den Zeitpunkt und
die IP-Adresse des Harvesters, der die Adressen eingesammelt hat.
Doch die Interpretation dieser Tatsache auf Basis völligen technischen Unverständnisses
führt zu der Behauptung, ich hätte ein Offizialdelikt begangen, gegen das jederzeit von Amts wegen
Ermittlungen eingeleitet werden könnten.
Zum Abschluß verfällt Teleinfo dann noch auf die Argumentation "Unser Spam ist doch nicht so
schlimm. Wir sind doch die Guten". Was soll das? Ist diese Äußerung ein verstecktes Eingeständnis,
Spam versendet zu haben und dabei geglaubt zu haben, es sei schon nicht so schlimm? Wobei anzumerken
ist, daß die Aussage, gewaltverherrlichende und pornographische Mails würden stillschweigend ignoriert,
als solches schon nicht stimmt. Gegen die Urheber gewaltverherrlichende und rassistische Spam-Mails wird
von vielen Personen generell Strafanzeige erstattet.
Insgesamt ziehe ich persönlich aus dieser Pressemitteilung die Schlußfolgerung, daß ich die
Teleinfo Aktiengesellschaft nicht nur als Versender von Spam enttarnt, sondern sie darüberhinaus auch
noch veranlaßt habe, sich öffentlich als technisch ahnungslos darzustellen. Es ist schon bemerkenswert,
was das Analysieren von Spam für Folgen auslösen kann. Dabei ging es zu Anfang lediglich um Spam-Mails für ein
Gewinnspiel, über die ich öffentlich diskutiert habe.
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