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Ada Lovelace, Lord Byrons Tochter (Teil 3)


Ada Lovelace (Augusta Ada Byron King, Countess of Lovelace) war eine britische Mathematikerin und die erste Programmiererin. Das heißt, sie ist der erste Mensch, der jemals ein Programm für eine Rechenmaschine entworfen hat. Und das bereits im 19. Jahrhundert!

In dem Buch "Byrons Tochter" beschreibt der Autor Benjamin Woolley sehr ausführlich und plastisch den Werdegang von Ada Lovelace, ihr Leben im England des 19. Jahrhunderts, ihre Rolle in der Gesellschaft, ihren Freundes- und Unterstützerkreis sowie ihr wissenschaftliches Interesse und ihre Leistungen.

Die Besprechung dieses interessanten Buches habe ich in drei Teile aufgeteilt. Hier im dritten Teil gehe ich auf die Arbeit und die Persönlichkeit von Ada Lovelace ein. Sie war ein selbstbewusster und charakterlich gefestigter Mensch, der zuweilen an den Widrigkeiten des Lebens verzweifelte, aber doch nie aufgab.

Kann man Ada Lovelace als Feministin bezeichnen? Sie hat sich nicht bewusst feministisch engagiert, hat keine Schriften über Frauenrechte publiziert, aber sie hat einen Lebensweg eingeschlagen, der gegen das damalige Rollenbild der Frau verstieß. Sie hat Wege gesucht und gefunden, die bestehende Diskriminierung zu umgehen, hat sich von niemandem einreden lassen, sie sei weniger wert oder sie könne weniger leisten als ein Mann.

Sie ist mit Selbstverständlichkeit davon ausgegangen, daß ihr die Welt von Wissenschaft und Technik genauso offensteht wie anderen Menschen, hat sich mit den Theorien der Mathematiker auseinandergesetzt und sich dafür begeistert. Sie hatte die Phantasie und das Vorstellungsvermögen, um das Potential der Analytical Engine von Charles Babbage zu erkennen und darüber zu schreiben.

Auch im Bereich der Sexualität versuchte Ada Lovelace, ihre Interessen selbstbewusst auszuleben. Von den gesellschaftlichen Konventionen gerade in diesem Bereich ließ sie sich zwar verunsichern, es minderte ihre Neugier auf neue Erlebnisse aber nicht. Würde Ada Lovelace, wenn sie in der heutigen Zeit leben würde, offen bisexuell und polyamorös leben? Zur damaligen Zeit war es eine gesellschaftliche Revolution, Frauen überhaupt sexuelle Empfindungen zuzusprechen. Benjamin Woolley beschreibt sehr eindringlich, wie damals neue Krankheitsbegriffe der Nymphomanie und der Hysterie definiert wurden. Und er erklärt auch, wie Ada Lovelace von der gesellschaftlichen Sexualmoral und diesen neuen Begriffen verunsichert wurde.

Vielleicht hatte Ada Lovelace das Gefühl, auf dem falschen Planeten zu leben. Sie hatte einen unüblichen Freundeskreis, pflegte ihre Spezialinteressen und legte bei ihrer Kleidung mehr Wert auf Funktionalität als auf gesellschaftliche Akzeptanz. Sie blieb gesellschaftlichen Ereignissen eher fern, weil sie sich nicht für Smalltalk interessierte. Und wenn Ada Lovelace doch mal bei einem Bankett eine Rede halten sollte, so trat sie in die sprichwörtlichen Fettnäpfchen.

Und auch sonst fühlt sie Ada Lovelace häufig fehl auf diesem Planeten: Sie bedauert, daß sie es trotz aller Bemühungen nicht schafft, ihren Ehemann zu lieben, und der Umgang mit ihren Kinder ist für sie mehr eine lästige Pflicht denn ein Vergnügen. In einem Brief schreibt sie, daß ihre Kinder sie hoffentlich als "harmlose Mutter" ansehen mögen, "die keinen Schaden anrichtete". Letztlich fühlt sie: "Mein Leben ist eine einzige endlose, ununterbrochene Reihe von kleinen Enttäuschungen".

Siehe außerdem:   Denkmaschinen       Mathe macht mich krank       Was wäre wenn?      

 

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Zum Mitnehmen für das persönliche Betrachten unterwegs (also für die Offline-Wiedergabe, nicht zur Veröffentlichung) kann der Film hier auch als Video-Datei heruntergeladen werden:



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