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Bundespräsident Dr. Horst Köhler
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Seit 01. Juli 2004 ist Horst Köhler der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Nachdem in den fünf Jahren davor
mit Johannes Rau ein in der Bevölkerung bekannter und geschätzter Politiker (Johannes Rau war zuvor Ministerpräsident von
Nordrhein-Westfalen) dieses Amt innehatte, setze die CDU im Jahr 2004 mit ihrer Mehrheit in der Bundesversammlung mit Horst
Köhler einen fast völlig Unbekannten in das höchste Amt des Staates.
Dabei hatte Horst Köhler zu diesem Zeitpunkt bereits eine beachtliche politische Karriere hinter sich - jedoch hatte er
bisher noch keine in der Bundesrepublik Deutschland öffentlichkeitswirksamen Ämter bekleidet, sondern hinter den Kulissen
oder in der internationalen Wirtschaft die Fäden gezogen.
An Beginn seiner politischen Laufbahn kann man das Jahr 1976 ansehen, als er in die Grundsatzabteilung des
Bundeswirtschaftsministeriums unter Minister Otto Graf Lambsdorff eintritt. 1981 tritt er in der CDU ein und wird bald darauf
von Gerhard Stoltenberg, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, als Referent in die Staatskanzlei nach Kiel geholt, wo er
an wirtschaftlichen Konzepten für das strukturschwache Bundesland Schleswig-Holstein mitarbeitet.
Als Gerhard Stoltenberg im Jahr 1982 zum Bundesfinanzminister ernannt wird, nimmt er Horst Köhler mit nach Bonn und überträgt
ihm die Leitung des Ministerbüros. Horst Köhler arbeitet in der Grundsatzabteilung des Bundesfinanzministeriums an der
Steuerreform 1985 mit, danach leitet er die für internationale Währungspolitik zuständige Abteilung Geld und Kredit.
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Am 21. April 1989 bildet Bundeskanzler Helmut Kohl das Kabinett um und beruft Theodor Waigel zum Bundesfinanzminister. Nachdem
überraschend am 09. November desselben Jahres die Berliner Mauer fällt, hat Horst Köhler ganz neue Aufgaben, als Theo Waigel
ihn 1990 zum Staatssekretär als Nachfolger von Hans Tietmeyer beruft: Horst Köhler verhandelt mit der Regierung der DDR über
die deutsch-deutsche Währungsunion und mit der Staatsführung der Sowjetunion über den Truppenabzug aus der DDR. Außerdem ist
er Chefunterhändler beim Masstricht-Vertrag über die Europäische Währungsunion. Als persönlicher Vertreter des Bundeskanzlers
Helmut Kohl bereitet er die Weltwirtschaftgipfel in Houston (1990), London (1991), München (1992) und Tokio (1993) vor.
Aus dem Spagat zwischen immer stärker werdender politischer Verantwortung und seiner Familie bricht Horst Köhler 1993
aus, indem er die Bundesregierung verläßt und Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes wird. In dieser Funktion
setzt er sich für eine stärkere Orientierung der Sparkassen für den Mittelstand ein.
Doch die Politik läßt Horst Köhler nicht los: Im Jahr 1998 bittet Bundeskanzler Helmut Kohl ihn, das Amt des Präsidenten
der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung mit Sitz in London, zuständig insbesondere für den Aufbau der
Marktwirtschaft in den Staaten des ehemaligen Ostblocks, zu werden. Horst Köhler nimmt das Amt an und setzt sich auch in
dieser Funktion wieder für eine stärkere Unterstützung mittelständischer Unternehmen ein.
Am 27. September 1998 ändert sich die politische Lage in der BRD radikal: Zum ersten Mal in der
Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wird durch eine Bundestagswahl nicht nur ein Koalitionspartner, sondern die komplette
Bundesregierung abgewählt. Die SPD ist stärkste Fraktion im Bundestag, zum Bundeskanzler gewählt wird Gerhard Schröder. Auch
der SPD-Kanzler ist von den Führungsqualitäten Horst Köhlers überzeugt: Im Jahr 2000 wird Horst Köhler auf Vorschlag von
Gerhard Schröder geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds in Washington D.C.
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In seiner Zeit beim IWF leitet Horst Köhler eine stärkere Zusammenarbeit mit der Weltbank ein und führt Reformen durch, mit
denen er auch im Blickpunkt der Kritik steht. Kritisiert wird insbesondere, daß die wortreich angekündigen Maßnahmen zur Reduzierung
der Staatsschulden der dritten Welt bei Worthülsen bleiben.
Gelder aus den Programmen des IWF kommen in vielen Fällen direkt
den Investoren aus den Industrienationen zugute. Von Privatisierungsprogrammen in den Ländern der Dritten Welt profitiert
die Bevölkerung kaum. Der Vorschlag, ein geregeltes Insolvenzverfahren für überschuldete Staaten zu definieren, gelangt
nicht zur Realisierung.
Im Jahr 2004 rückt Horst Köhler wieder in der Blickfeld seiner Parteifreunde aus der CDU: Am 04. Mai 2004 bennenen die
im Bundestag vertretenen Parteien CDU, CSU und FDP Horst Köhler zu ihrem Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten. Am
23. Mai desselben Jahres wählt die Bundesversammlung ihn mit absoluter Mehrheit im ersten Wahlgang in dieses höchste Amt
des deutschen Staates. Der Amtsantritt erfolgt am 01. Juli 2004.
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Die Photoaufnahmen auf dieser Seite habe ich am 29. Mai 2005 in Dortmund-Mengede auf Zeche Hansemann aufgenommen. Als
Musikliebhaber war Horst Kohler zum Musikfestival des Heimatvereins Mengede eingeladen worden. Für seine Zusage spielte
wohl auch eine Rolle, daß er sich an diesem Tag ohnehin in Dortmund aufhielt, um die Preisverleihung zum 40. Bundeswettbewerb
"Jugend forscht" vorzunehmen.
Im Gegensatz zum Bundeskanzler, der auf Veranstaltungen von Sicherheitsbeamten extrem abgeschirmt wird, erlebte ich
Horst Köhler in Mengede tatsächlich als Bundespräsidenten zum Anfassen. Personenschützer waren zwar ständig anwesend, hielten
die Bevölkerung aber nicht von ihm fern. Zahlreiche interessierte Bürger wechselten einige Worte mit dem Bundespräsidenten,
ließen sich Autogramme geben oder schossen Photoaufnahmen.
Im Gegensatz zum Bundeskanzler steht der Bundespräsident aber auch nicht im Schußfeld der Tagespolitik. Der Bundespräsident
muß keine unliebsamen Gesetze rechtfertigen, sondern fungiert hauptsächlich als Repräsentant der Bundesrepublik Deutschland.
Als Staatsoberhaupt vertritt er den Staat in allen völkerrechtlichen Angelegenheiten.
Politischen Handlungsspielraum hat der Bundespräsident nur insofern, als daß für zahlreiche Akte der Bundespolitik
seine Unterschrift notwendig ist. Alle Bundesgesetze und Gesetzesänderungen, Ernennungen und Entlassungen von Bundeskanzler,
Ministern, Bundesrichtern und anderen Beamten des Bundes, die Verkündigung des Verteidigungsfalles (sofern dies einmal
geschehen sollte) werden erst durch Unterschrift des Bundespräsidenten wirksam. Des weiteren kann er in bestimmten Fällen eine
Auflösung des Bundestages und Neuwahlen anordnen.
Bisher (vor Horst Köhler) haben Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland in sechs Fällen ihre Unterschrift unter ein im
Bundestag verabschiedetes, aber dem Grundgesetz widersprechendes Gesetz verweigert.
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Zu dem Photo oben habe ich in der Berichterstattung des Westdeutschen Rundfunks die entsprechende Gegenperspektive gefunden.
Ich bin der Mann ganz rechts auf diesem Photo:
Die beiden Aufnahmen liegen zeitlich ganz knapp auseinander. Auf meinem Bild bekommt Horst Köhler gerade einen Stift in die Hand, auf dem
Photo des WDR unterschreibt er damit.
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Geboren wurde Horst Köhler am 22. Februar 1943 in Skierbieszow in Polen als siebtes von acht Kindern einer Bauernfamilie
aus Ryschkanowka (Rumänien), die als Bessarabiendeutsche zwangweise nach Polen umgesiedelt worden waren.
Die Familie flüchtet vor dem Einmarsch der sowjetischen Truppen 1944 zunächst nach Markkleeberg-Zöbigker bei Leipzig,
wo sie sich erneut eine bäuerliche Existenz mit einem kleinen Hof aufbaut. Als die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft
in der DDR absehbar ist, flüchtet die Familie im Jahr 1953 erneut, diesmal nach West-Berlin. 1957 bekommt die Famlie Köhler
eine Wohnung in Ludwigsburg. Diese Stadt sieht Horst Köhler heute rückblickend als seine Heimat an.
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In Ludwigsburg besucht er das Eduard-Mörike-Gymnasium und macht 1963 sein Abitur. Danach verpflichtet er sich für zwei
Jahre als Panzergrenadier bei der Bundeswehr. Durch eigene Arbeit finanziert er ab 1965 sein Studium der Volkswirtschaftslehre
und Politikwissenschaften an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen. Ab 1969 ist er Assistent am dortigen
Institut für angewandte Wirtschaftsforschung, bevor dann 1976 seine bereits beschriebene politische Karriere einsetzt.
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Am 24. Oktober 1969 heiratet er Eva Luise Bohnet, die ebenfalls aus Ludwigsburg stammt. Sie hat 1966 ihr Abitur abgelegt und
anschließend Geschichte, Deutsch und Religion an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg studiert. Als Lehrerin unterrichtet
sie an Sonderschulen und Grundschulen.
Eva Luise Köhler ist von 1972 bis 1990 Mitglied der SPD. Ihr Eintritt ist durch die Begeisterung für die Ostpolitik Willy Brandts
begründet, ihr Austritt durch Kritik an der Politik Oskar Lafontaines.
Im Jahr 1972 bringt das Ehepaar Köhler Tochter Ulrike zur Welt, im Jahr 1977 Sohn Jochen.
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