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Der Dienst Bildschirmtext (Btx) wurde Anfang der 80er-Jahre von der damaligen Deutschen Bundespost in der Bundesrepublik
Deutschland eingeführt. Nachdem zunächst Feldversuche in Düsseldorf und Berlin vorausgegangen waren, wurde 1984 der
Regelbetrieb begonnen.
Bildschirmtext ist konzipiert als eine Weiterentwicklung des damals bereits von den Fernsehsendern her bekannten Videotextes. Es
verfügt über bessere Graphikfähigkeiten und verwendet statt des Fernsehsignals eine Telephonverbindung. Über diese Verbindung
kann (im Gegensatz zu Videotext) jeder Teilnehmer individuell auf eine riesige Datenbank gespeicherter Seiten (entsprechen den
Tafeln beim Videotext) zugreifen und außerdem in Dialoge mit Rechnern treten. So wurde mit Btx die Kontoführung und die
Versandhausbestellung vom Fernsehgerät aus möglich. Lange vor der flächenhaften Verbreitung von eMail wurde so bereits in den
80er-Jahren ein Weg geschaffen, schriftliche Mitteilungen in Sekundenschnelle an andere Teilnehmer zu schicken: Durch den
Btx-Mitteilungsdienst.
Durch der Orientierung auf den Fernseher ist klar, daß Bildschirmtext ein in Bildschirmseiten gegliederter Dienst ist. Diese Seiten
haben das gleiche Format wie Videotexttafeln, nämlich 20 oder 24 Zeilen und 40 Spalten. Später schuf man auch einen
Standard für die Darstellung von Seiten mit 80 Spalten. Jedoch hat sich dieser Standard nicht durchgesetzt.
Der von Btx benutzte Graphikstandard wurde unter dem Namen CEPT europaweit standardisiert. Der internationale Name von
Bildschirmtext heißt Videotex oder Interactive Videotex im Gegensatz zu Teletext, was die internationale Bezeichnung für den
Informationsdienst der Fernsehsender ist.
Es wurde angenommen, daß zukünftig jeder vierte ausgelieferte Fernseher einen eingebauten Btx-Decoder haben würde. Auf dieser
Weise wurde geschätzt, daß die Zahl der Bildschirmtext-Teilnehmer bereits in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre die Marke von einer
Million überschreiten würde.
Der Dienst Bildschirmtext entwickelte sich jedoch bei weitem nicht so rasant wie es sich die Deutsche Bundespost erhofft hatte. Insbesondere
arbeitete Btx nicht kostendeckend. Deshalb wurde Anfang der 90er überlegt, den Btx-Dienst entweder drastisch zu verteuern oder
ganz einzustellen. Schließlich wurde ein Minutentakt eingeführt und eine Marketingoffensive begonnen, die den Dienst Bildschirmtext
unter der Produktbezeichnung Datex-J als Datendienst für Jedermann publik machen sollte.
Erst die verstärkte Nutzung des Komputers anstelle des Fernsehers und der Boom des Internet einige Jahre später verschaffte dem
lange vor sich hin dümpelnden Btx-Dienst den großen Schub. Unter dem neuen Produktnamen T-Online entwicklte die Deutsche
Telekom AG, eine der Rechtsnachfolgerinnen der Deutschen Bundespost, eine Zugangsplattform zum altbewährten
Bildschirmtext-Dienst und zu allen Angeboten des Internet.
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